Osteoporose

4.1.1

Osteoporose, also die Knochenbruchkrankheit, kann Männer und Frauen betreffen. Heute sind zahlreiche Ursachen dafür bekannt.

Der Östrogenmangel nach der weiblichen Menopause lässt nicht nur Osteoporose entstehen, sondern ist auch ausschlaggebend für die Gefäßverkalkung und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch Lichtmangel, Bewegungsmangel, Verdauungsstörungen, verschiedene hormonelle Störungen oder manche Erberkrankungen sind mit einer beschleunigten Knochenschwäche verbunden.

Kennzeichen der Osteoporose sind eine verringerte Knochenmasse und eine poröse Struktur der Knochen, wodurch diese leichter brechen. Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte, die Schulter, das Wadenbein oder das Handgelenk. Oftmals brechen Knochen auch ohne äußere Einwirkung. Frühstadien sind nur in einer Kernspintomographie als Flüssigkeitsanreicherung erkennbar.

Maßnahmen zur Vorbeugung sind:

  • Regelmäßige, sportliche Aktivität
  • Richtige Ernährung
  • Ausreichende Calcium-Zufuhr (Milchprodukte, Grünkohl, Broccoli, Lauch, …)
  • Ausreichende Vitamin D-Zufuhr (Seefisch, UV-Licht)

Früherkennung:

In Österreich leiden über 500.000 Menschen an Osteoporose, alle 50 Minuten bricht ein Wirbelkörper als Folge von Knochenschwund. Oftmals werden Wirbelkörperbrüche nicht erkannt, da diese im Anfangsstadium meist glimpflich verlaufen. Bei vielen Menschen liegen diese Brüche bereits vor, ohne dass die Betroffenen davon wissen. In den fortschreitenden Stadien des Knochenschwundes ereignen sich die Frakturen meist unter großen Schmerzen und können sogar zu chronischen Behinderungen bis zur Bettlägerigkeit führen.

Symptomatik der Osteoporose:

  • Akute, aber auch chronische Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Rückenschmerzen, auch vor dem akuten Bruchgeschehen
  • Muskelverspannungen, z.B. durch eine Fehlstellung der Wirbelsäule oder Mangel an Vitamin D
  • Bildung eines Rundrückens, einer  Arm- oder Beinverformung
  • Atembeschwerden durch eingeschränkte Lungenausdehnung
  • Hexenschuss-artige Beschwerden durch Druck auf Nerven

 Folgen:

  • Wirbelbrüche, Arm- und Oberschenkelbrüche (Bagatelltrauma)
  • Abnahme der Körpergröße, Rundrücken, Rumpfverkürzung
  • Schräge Hautfalten beiderseits an der Wirbelsäule (Tannenbaum)
  • Quer verlaufende Hautfalten am Bauch, schlaffe Bauchvorwölbung
  • Neigung des Kopfes nach vorne mit scheinbarer Überlänge der Arme
  • Varische Deformitäten der Extremitätenknochen

Formen der Osteoporose:

  • Primäre Osteoporose vom Typ I:

Diese Art der Osteoporose betrifft hauptsächlich Frauen im Alter von 50 bis 70 Jahren.

Hauptursache ist der Mangel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen, daher spricht man bei dieser Art auch von „postmenopausaler Osteoporose“.

 

  • Primäre Osteoporose vom Typ II:

Diese Form der Osteoporose betrifft gleichermaßen Frauen und Männer über 70 Jahren.

Neben der schwammigen Innenstruktur (Spongiosa) ist vermehrt auch die massive Knochensubstanz (Kompakta) in Mitleidenschaft gezogen. Daher kommt es vorwiegend zu Brüchen der Röhrenknochen, hauptsächlich der Fuß-, Oberschenkel- und Armknochen.

 

Die Hauptursachen der Osteoporose Typ II sind:

  • Der natürliche Alterungsprozess des Knochens (senile Osteoporose)
  • Ein Mangel an Kalzium und Vitamin D
  • Bewegungsmangel, fehlende mässige UV Exposition

 

  • Sekundäre Osteoporose:

Die sekundäre Osteoporose betrifft gleichermaßen Frauen und Männer und entsteht auf dem Boden einer anderen Grundkrankheit wie Störungen der Schilddrüse, Verdauungsstörungen, Immobilisation oder genetischen Erkrankungen wie der Glasknochenkrankheit. Auch die verstärkte Knochenverkalkung, die Osteopetrose (Mb Paget), muss überwacht werden, da es zu Knochenschmerzen und Brüchen kommen kann.

 

Osteoporose-Check

Mit diesem interaktiven Test möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben selbst herauszufinden, ob Sie zur Osteoporose-Erkrankung neigen. Dieser Test dient ausschließlich als Richtwert und ersetzt keinesfalls den Besuch beim Arzt!

Wählen Sie bei den untenstehenden 6 Fragen jeweils den Wert, der am besten auf Sie zutrifft, wobei:

1 = trifft nicht zu, 2 = trifft teilweise zu, 3 = trifft zu

 

  1. Ich hatte bereits Knochenbrüche (z.B. an Wirbelkörpern, Oberschenkel, Oberarme, Unterarme, Handgelenke, Rippen, Zehen) oder bemerke einen starken Größenverlust.
  2. Meine Eltern oder Geschwister sind an Osteoporose erkrankt, hatten Wirbel- oder Schenkelhalsbrüche, starke Größenabnahme oder einen Rundrücken.
  3. Ich esse kaum Milchprodukte (Topfen, Käse, Joghurt, Milchgetränke, Sauer- oder Buttermilch), nehme kein Kalzium oder Vitamin D ein oder litt über mehrere Jahre an Magersucht.
  4. Ich betreibe wenig Sport bzw. habe durch Krankheiten einen starken Bewegungsmangel und bin selten in der Sonne.
  5. Ich wurde/werde über mehrere Monate hinweg mit Kortison behandelt – ich leide an entzündlichen Gelenkserkrankungen oder Autoimmunkrankeit – ich rauche mehr als 10 Zigaretten täglich oder vertrage viel Alkohol.
  6. Ich bin vor dem 45. Lebensjahr in den Wechsel gekommen bzw. mir wurden die Eierstöcke oder Hoden vorher entfernt, danach habe ich keine oder nur eine kurze Zeit lang Hormone eingenommen.

Auswertung:

Wenn die Fragen 1, 2 oder 6 zutreffen, haben sie ein erhebliches Risiko für Osteoporose und spätere Knochenbrüche. Mit jeder weiteren Frage, die Sie mit 2 oder 3 beantwortet haben, steigt dieses Risiko weiter an.

 

Methode: DEXA
 

Duale Röntgenabsorptiometrie (DEXA):
Mit dieser Methode wird die Knochendichte in einem definierten Bereich des Knochen ermittelt (g/cm2). Die DEXA ermöglicht eine sehr hohe Präzision, 1% Variationskoeffizient (VC), eine minimale Strahlenbelastung (1 – 5 mrem pro Feld) und ist dafür geeignet, die kortikale und trabekuläre Knochenmasse im Bereich der Wirbelsäule und des Oberschenkels zu messen.

Vor allem die seitliche Messung an der Wirbelsäule in Verbindung mit IVA (instant vertebral accessment) mit dem neuen QDR-Delphi-W von Hologic bewährt sich.

 

Quantitative Computertomographie (qCT):
Die Computertomographie kann vergleichbare Werte aufweisen wie die Knochendichtemessung, jedoch mit etwas geringerer Präzision (1 – 3% CV). Auch die Kosten und die Strahlenbelastung sind für die Patienten etwas höher und es ist nur die Messung des Achsenskeletts (Wirbelsäule) möglich.

 

Quantitative Ultraschallmessung:
Dieses Verfahren wird in der letzten Zeit vermehrt eingesetzt. Im Gegensatz zur Computertomographie ist der Patient hier keinerlei Strahlenbelastung ausgesetzt, jedoch ist diese Methode noch nicht so ausgereift, dass sie routinemäßig eingesetzt werden sollte.

Die quantitative Ultraschallmessung eignet sich für eine Abschätzung des Osteoporose-Risikos (ev. Screening), aufgrund der zu geringen Präzision aber nicht für die Verlaufskontrolle.

 

Abklärung im  Tiroler Osteoporose-Institut Balance

 

 

 

 

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Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe